Hintergrund

Hintergrund

Im Zusammenhang mit SIBANO fallen immer wieder Fachausdrücke an, wie beispielsweise „Fernwärme“ und „CO2“. Doch was genau bedeuten diese Fachausdrücke? Im Folgenden finden Sie Erklärungen und Hintergrundinformationen.

Beispielanimation eines Fernwärmeversorgungsgebiets

Fernwärme

Als Fernwärme wird eine Wärmelieferung zur Versorgung von Gebäuden mit Raumwärme und Warmwasser bezeichnet. Erstellt wird die Wärme in einer zentralen Anlage. Die Wärmequellen stammen aus Kehricht-, Holzschnitzel-, Verbrennungs-, Kläranlagen, Geothermie oder Umweltwärme. Der Transport der Wärme erfolgt über ein Rohrleitungsnetz, das die Wärme den Kunden zum Heizen und zur Warmwasseraufbereitung zuleitet. Bildlich ausgedrückt funktioniert die Fernwärme dementsprechend wie eine grosse Zentralheizung, welche Gemeinden, Quartiere, Städte und Regionen mit Wärme aus einer oder mehreren grossen Wärmequellen versorgt.

Fernwärme ist meist überflüssige Prozesswärme aus der Abfallverbrennung, von Industrieanlagen oder der Abwärme bzw. Restenergie von Heizkraftwerken. Statt die erzeugte Wärmeenergie bzw. Restenergie ungenutzt in die Atmosphäre zu lassen, wird sie als wertvolle Energie in Form von heissem Wasser über ein Rohrleitungsnetz den Kunden zugeführt und somit nachhaltig genutzt.

Die Fernwärme wird wie Trinkwasser über ein gut isoliertes Verteilnetz in Form von heissem Wasser (80°C bis 110°C) zum Endverbraucher geleitet. Das in den Heizungen abgekühlte Wasser (rund 50°C oder weniger) fliesst über ein zweites Rohr in die Fernwärmezentrale zurück, womit der Kreislauf geschlossen ist.

  • Entlastung der Luft mit Schadstoffemissionen.
  • Reduktion der CO2-Emission.
  • Nutzung einheimischer, erneuerbarer Energien.
  • Substitution fossiler durch CO2-neutrale Energien.
  • Keine Verschmutzung und Altlasten wie bei Öltanks.
  • Auf Nachhaltigkeit ausgelegt: Die Lebensdauer der Netze und Bauten beträgt nach neusten Erkenntnissen zwischen 60 bis über 100 Jahre.
  • Keine sichtbaren Leitungen: der sichere Energietransport erfolgt unterirdisch.
  • Fernwärme ist lärm- und geruchsfrei.
  • Fernwärme ist ökologisch sinnvoll.

CO2

Kohlenstoffdioxid, kurz CO2, ist eine chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff, die bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Brennstoffen wie Öl, Erdgas oder Kohle entsteht. Ein hoher CO2-Ausstoss schadet unserem Klima. Zu den Hauptverursachern von CO2 in der Schweiz gehören die Mobilität, das Wohnen, die Ernährung sowie der Import von Gütern. Der wachsende Güter- und Personenverkehr, insbesondere der Flugverkehr, und das Heizen des Gebäudebestandes führen zu einem grossen Verbrauch an fossilen Energieträgern. Bei der Verbrennung von Treibstoffen wie Benzin, Diesel oder Kerosin und von Brennstoffen wie Heizöl und Erdgas wird CO2 ausgestossen, das den natürlichen Treibhauseffekt verstärkt und zu einer Erwärmung der Erde führt. Anstrengungen der letzten Jahre liessen die Emissionen durch die Mobilität und das Wohnen zurückgehen. Jedoch sind wir gesamthaft immer noch über den vom Bund gesteckten Zielen.

Die durchschnittliche Temperatur in der Schweiz hat seit Messbeginn (1864) um 2°C zugenommen und ist damit doppelt so hoch wie der globale Anstieg, der etwa 1°C beträgt. Die steigenden Temperaturen lassen sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts mit natürlichen Faktoren (z.B. Schwankungen der Sonnenstrahlung) nicht mehr erklären. 9 der 10 wärmsten je gemessenen Jahre in der Schweiz wurden in den letzten 18 Jahren registriert.

Die Sommertage mit Maximaltemperaturen über 25°C haben zugenommen, während Frosttage mit Minimaltemperaturen unter 0°C abgenommen haben.

Weil die Niederschläge in Form von Schnee zurückgehen und die Sommer immer trockener und heisser werden, verlieren die Alpengletscher seit Mitte der 1970er-Jahre im Schnitt Jahr für Jahr 1% ihres Volumens. Setzt sich dieser Trend fort, drohen bis 2050 50–90% der Alpengletscher ganz zu verschwinden.

Die Vegetationsperiode hat sich seit den 1960er Jahren um etwa zwei bis vier Wochen verlängert. Die Niederschläge im Winterhalbjahr nahmen im Laufe des 20. Jahrhunderts im nördlichen und westlichen Alpenraum um 20–30% zu. Ebenso hat die Häufigkeit als auch die Intensität von Starkniederschlägen an über 90% der Messstationen zugenommen

Wenn die weltweiten Treibhausgasemissionen weiterhin ungebremst ansteigen, dürften bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts laut Klimaszenarien die jahreszeitlichen Mitteltemperaturen in der Schweiz um etwa 2 bis 3.3°C zunehmen (gegenüber der Periode 1981-2010) und bis zum Ende des 21. Jahrhunderts um etwa 3.3 bis 5.4 °C . Falls die Emissionen gemindert werden (um mindestens 50% bis 2050 in Bezug auf 1990, was dem Ziel des Pariser Abkommens entspricht), könnte sich die Erwärmung bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts bei 0.7 bis 1.9°C und bis zum Ende Jahrhundert bei 0.6 bis 1.9°C stabilisieren.

SIBANO unterstützt die Ziele der Energiepolitik

Gesetzliche Grundlagen

Die Energiepolitik ist ein komplexes Thema. Projekte wie SIBANO tragen dazu bei, den gesetzlichen Grundlagen gerecht zu werden und dadurch einen positiven Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels zu leisten.

Der Bezug zum Energiegesetz des Kantons (EnergieG Art. 2) besteht in den folgenden Punkten:

  • Die Nutzung von erneuerbarer Energie und Abwärme wird gefördert.
  • Die Umweltbelastung wird verringert und der Klimaschutz verbessert.

Das Energiegesetz ist ein vom Volk verabschiedetes Massnahmenpaket zur Umsetzung der Energiestrategie 2050. Der Energieverbrauch soll gesenkt und die Energieeffizienz erhöht werden. Erneuerbare Energien sollen gefördert und der Bau neuer Atomkraftwerke verboten werden.

Der Bund hat das 2015 in Paris unterzeichnete Klimaabkommen 2017 ratifiziert. Die Schweiz hat sich zum Ziel gesetzt, ihren CO2-Austoss bis 2030 im Vergleich zu 1990 zu halbieren. Die Schweiz ist damit das 149. Land, welches das Abkommen auf nationaler Ebene in Kraft gesetzt hat.

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